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Zu sehr inspiriert

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Als Webdesigner steht man täglich vor dem Problem kreativ zu sein und zu versuchen, etwas Neues zu schaffen. Das dies mitunter kaum möglich ist und dass man das Rad nicht neu erfinden kann, ist kein Geheimnis. Man bedient sich der Masse an CSS-Galerien, Design-Blogs usw., um zu sehen, was gerade hipp ist, sich selbst auf dem Laufenden zu halten und sich inspirieren zu lassen. Und so ist es auch kein Wunder, dass das Web überschwemmt wird mit mehr oder weniger den selben Designstilen.

Wow, die Seite ist nice! In die Richtung könnte ich auch mal was probieren.

Zur Zeit sind vor allem One-Page-Designs, Paralax-Effekte und Big-Typo im Trend. Mit HTML 5, CSS3 und JavaScript-Frameworks wie z.B. jQuery eröffnen sich Gestaltern neue Möglichkeiten und Freiheiten. Daran ist grundsätzlich nichts auszusetzen und so wie jede Modeerscheinung wird sich auch diese wieder im Sand verlaufen und das Web wird sich in eine neue Richtung entwickeln.

Dass die Halbwertszeit im Internet äußerst gering ist, liegt mit Sicherheit auch daran, dass wir Kreative unter einem gewissen Druck stehen, den wir uns selbst auflegen. Oftmals liegt der Anspruch, sich selbst bzw. seine Arbeit zu präsentieren, stärker im Fokus als dem Kunden einen angemessenen Internetauftritt zu liefern. Verkauft wird dann der Eintrag in CSS-Portalen und irgendwelchen “Wir-klopfen-uns-selbst-auf-die-Schulter”-Awardseiten als Beweis gegenüber dem Kunden, dass das gelieferte Produkt besonders innovativ sei und massig Backlinks generiert wurden.

In vielen Fällen ist es aber so, dass man sich ein breitgefächertes Portfolio aufbaut und darüber versucht, in den erlauchten Kreis der “guten Designer” zu treten. Wenn man es ein paar Mal geschafft hat, seine Webseiten zu platzieren, ist es auch leichter sich mit weiteren Designs zu profilieren.

Eine logische Folge der Verbreitung des eigenen Stils ist, dass man dadurch selbst zur Inspirationsquelle wird und im Prinzip ist es auch die größte Ehre, die einem zu Teil werden kann. Nur was ist, wenn sich jemand zu sehr von der eigenen Arbeit inspirieren lässt und aus dem oben genannten Gedanken “Wow, die Seite ist nice! “ folgende Schlussfolgerung zieht?

Wow, die Seite ist nice! Die Gestaltung passt zu meinem Projekt, da muss ich nur ein paar kleine Anpassungen machen. Das übernehme ich.

Dieser Gefahr ist man selbstverständlich immer ausgesetzt und leider kann man auch relativ schlecht gegen solches Verhalten vorgehen. Besonders unangenehm wird es, wenn man von Freunden oder Kollegen selbst auf ein solches Verhalten angesprochen wird, sich aber herausstellt, dass man eigentlich derjenige ist, dessen Design kopiert wurde.

Hi! Schau mal hier. Da hast aber dreist geklaut! oO

Wir waren darüber natürlich gar nicht erfreut und haben uns die Seite mal genauer angeschaut und finden, dass es sich eindeutig um ein Plagiat handelt.

Zur Erklärung: Links ist das Original und rechts das RipOff! ;-D Aber nun macht euch Euer eigenes Bild.

Startseite

Vergleich der Startseiten zwischen Original und Kopie

Wenn man die beiden Startseiten vergleicht, sieht man wie stark kopiert wurde. Es wurde genau der selbe Grünwert übernommen, ein großflächiger Teaser-Slider mit ebenfalls vier Navigationspunkten eingebaut und unsere Sprechblase am rechten Rand platziert.

Navigation

Die Hauptnavigation beider Seiten hat genau die selbe Höhe von 70 px und eine gepunktete Trennlinie zum Abschluss. Als Trennung der einzelnen Hauptmenüpunkte wurden ebenfalls Slashs verwendet. Die Limetöne zur Kennzeichnung der Hover-, Aktiv- und Inaktivzustände sind die Selben.

Designelemente

Die Sprechblase der Kopie fällt etwas kleiner aus. Der Text wurde ebenfalls zentriert und die Blase wurde im gleichen Winkel schräggestellt.

 

Die Trennlinien zu einzelnen Contentabschnitten wurden 1:1 übernommen.

 

Wenn man möchte, kann man Unterschiede am Kartenmaterial und dem Text feststellen. Die Idee dahinter ist die Gleiche.

Hier noch einige interessante Links zum Thema “Inspiration vs. Kopie”

12 Kommentare

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  1. Und dann dankt der Dieb uns nichtmal für die Inspiration. Dabei ist es sein meistverkauftes und teuerstes Theme! :-(

  2. M sagt:

    Hallo,
    das ist immer so ein thema, leider.
    Hier habe ich noch einen sehr guten artikel: http://blog.themeforest.net/tutorials/be-inspired-but-dont-copy/comment-page-1/

  3. Konstantin sagt:

    die härte ist die hintergrundfarbe vom header, die 1:1 übernommen wurde. -.-

  4. M sagt:

    Hallo Marcel,

    danke ;) . Das es themeforest übernommen hat, wunder mich nicht, da gibt es einiges an “kopierten” Designs.

  5. M sagt:

    @Marcel ich würde evtl. die ersten zeilen (css) ändern ;)

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  1. Website Plagiat gefunden … und jetzt, was tun? (Teil 1) - web://contact Blog

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